Warum wir gegen die IGS sind


Die Gemeindeverwaltung plant mit Unterstützung der anderen im Rat vertretenen Parteien den Neubau einer IGS auf dem Gelände des Schulzentrums in Altwarmbüchen. Die ersten Kostenschätzungen belaufen sich auf ein Investitionsvolumen von 20-25 Mio. €! Das neue Landesschulgesetz der rot-grünen Landesregierung besagt, dass die IGS eine zukünftig ersetzende und nicht – wie bisher – eine ergänzende Schulform darstellt. Daher sehen wir langfristig das Gymnasium Isernhagen in seinem Bestand gefährdet, denn es ist zu erwarten, dass die Eltern der IGS-Schüler auch eine Oberstufe einfordern. Wir setzen uns für ein mehrgliedriges Schulsystem und die Stärkung des Gymnasiums ein. Der weitere Ausbau der Einheitsschule IGS wird den ohnehin boomenden Bau von Privatschulen weiter befördern und das häufig bemühte Argument der IGS-Befürworter ad absurdum führen, wonach mit dieser Schulform die Herkunfts- und Einkommensunterschiede der Elternhäuser zumindest bis zum 16-18 Lebensjahr nivelliert werden. Das Gegenteil wird unserer Überzeugung nach eintreten – Großbritannien lässt grüßen. 

 

An der von der Gemeindeverwaltung durchgeführten Umfrage, deren Ergebnis zu den Beschlüssen der Ratsmehrheit von CDU, SPD und Grünen zum Bau einer IGS geführt hat, haben wir erhebliche Kritik: (Es wurden nur die Eltern von Schülern der 1. bis 4. Klassen befragt, da nur dieser Personenkreis für die erforderliche Genehmigung bei der Landesschulbehörde maßgeblich war. Das waren in Isernhagen 839 Eltern.) Bei einem Rücklauf von 537 Fragebögen haben 444 Eltern für eine IGS gestimmt. Dass eben diese Eltern selbstverständlich alle Optionen für ihre Kinder aufrechterhalten wollen, ist nachvollziehbar und hierfür haben wir vollstes Verständnis. Wir müssen jedoch auch das Wohl aller 25.000 Bürgerinnen und Bürger Isernhagens im Auge behalten. Etwas überspitzt formuliert könnten wir in Zukunft beispielsweise auch nur die Rentnergeneration befragen, ob sie eine Rentenerhöhung haben möchte.

 

Eine solche große Investition von rund 20 Mio. € muss aus unserer Sicht sorgsam abgewogen werden, denn sowohl die Investitions-, als auch die Investitionsfolgekosten werden unseren Gemeindehaushalt für einen langen Zeitraum belasten und uns bei anderen, dringend erforderlichen Investitionen entsprechend einschränken. Bei jeweils rund 2% für Zinsen, Abschreibungen und Reparaturen ergeben sich zwischen 1,0 bis 1,2 Mio. € jährliche Mehrbelastung für den ohnehin hoch defizitären Verwaltungshaushalt. Wir erachten die Zusammenlegung von Haupt- und Realschule zur Oberschule in den vorhandenen Gebäuden, bei geringen baulichen Veränderungen und langfristigem Erhalt des Gymnasiums, nach wie vor als bessere Lösung.

 

 

Ulrich v. Rautenkranz